
Am
Vorabend des 6. Dezember stellen Kinder ihre blank geputzten Schuhe vor
die Tür, in der Hoffnung,
vom Nikolaus mit Apfel, Nuss und Mandelkern
beschenkt zu werden. Manche fürchten allerdings auch
seinen Gehilfen,
den Knecht Ruprecht, oder besser gesagt, seine Rute.
Es gibt viele Legenden über den heiligen Nikolaus. Eine
erzählt von
einem verarmten Vater, dessen drei Töchter
heiraten wollten, aber dies
ohne eine entsprechende Mitgift nicht konnten. Durch Geldgeschenke, die
Nikolaus
heimlich durchs Fenster und durch den Kamin in die darin
aufgehängten Socken warf, kamen die Töchter schließlich
unter die Haube.
Oder auch die Traumgeschichte: Drei zu Unrecht zum Tode
verurteilte
Ritter konnte Nikolaus retten, indem er
im Traum dem Kaiser von
Konstantinopel erschien und um ihre Befreiung bat. Vom 15. Jahrhundert
an verbreitete
sich die Legende von den Getreidehändlern: Bei einer
Hungersnot in Myra erbat Nikolaus von jedem der für den
Kaiser in Rom
bestimmten Schiffe nur 100 Scheffel. Durch dieses Geschenk konnte
Nikolaus seine Gemeinde
auf Jahre hinaus ernähren und sogar Saatgut
austeilen.
Der Ursprung von St. Nikolaus am 6. Dezember ist nicht
belegt. Es
gibt verschiedene historische Figuren dieses
Namens. Vermutlich geht
der heutige Gedenktag auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück,
der im
4. Jahr-
hundert gelebt haben soll. Knecht Ruprecht ist seit dem 18.
Jahrhundert Begleiter des Nikolaus und soll die
wilden und bösen Kräfte
verkörpern, die als Schattenseiten oder Doppelgänger in jedem
Menschen
leben
und von diesem erkannt und verwandelt werden sollen.
Erst seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder
belegt.
Strümpfe und Schuhe werden von ihm und
seinem Helfer, Knecht Ruprecht,
mit Süßigkeiten befüllt. Der Weihnachtsmann mit
weißem Bart und rotem
Gewand, der den Kindern am Heiligen Abend die Geschenke
überreicht,
geht auf den niederländischen
"Sinterklaas" zurück. Für die weltweite
Verbreitung dieses Bildes von Nikolaus sorgte um die Jahrhundertwende
die Firma "Coca Cola", die ihn für Werbung in ihren Firmenfarben
benützte. Auch in liberalen islamischen
Familien beschenkt "Noel Baba"
die Kleinen.
©
bäuerinnentreff
2008
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